Das Gedicht am webRand

Wie laut und grell sind wir Menschen diesem Planeten, und formen Sandwerke, statt Baumhäuser zu weben.

Wir vergessen in manchen Dingen oft die Kinder als Vorbilder zu sehen.


Das Lächeln über dem Sandwerk

 

 

Mit gähnendem Eifer

schlängels der Vorhang

in die linke und rechte Ecke.

Die müde Dunkelheit verneigt sich

im aufsteigenden Licht

Gedränge, Gehupe und Schein

werfer im Grauen

der Tag bricht an.

 

Das Tier in der Ecke versteht

nicht das Getöse

und singt.

 

Und es tummeln sich weiter

auf der Bühne

vertraute Gesichter

die reden und rümpfen

und emsen und ecken

und lachen dahinter

Masken wie Fratzen

starr nach System.

Tiefgang und Wärme

verbuddelt, verloren

in Angst gestriegelt

in fremder Moderne

die Zukunft gekauft.

 

Das Kind in der Mitte trägt

ein warmes Lächeln über dem Sandwerk

und sucht das Tier in der Ecke

zum Freund für die Nacht.

 

Mit gähnender Eile

zieht der Vorhang zur Mitte

ich sitze in der ersten Reihe

mein Eintritt bezahlt.

 

 

 

 

(© M. H. Maikind)



Gästebuch:

Kommentare: 4
  • #4

    dorothea (Mittwoch, 30 Januar 2019 11:11)

    ... so wie das Jahr
    es war
    und ist im Herzen immerdar

  • #3

    dorothea (Mittwoch, 30 Januar 2019 11:09)

    die Flocke ... gewesen
    und doch immer da

  • #2

    JB (Donnerstag, 01 November 2018 18:47)

    Liebe M.H.Maikind, mit diesem Gedicht schreibst Du mir glatt von der Seele.
    Wie könnte ein Mensch auch anders sein als wie er denkt?
    LG JB

  • #1

    Josef (Samstag, 08 September 2018 19:10)

    Liebe M.H. Maikind,
    wieder mal überrascht Du mit einem schönen Gedicht ; es regt mich zum Nachdenken an und ist zugleich wie Balsam für die Seele. Danke dass Du es mit uns , Deinen Lesern teilst.
    LG Josef